Compliance Officer – Zwischen Aufklärung und Sensibilisierung

Regeltreu, alle Gesetze und Richtlinien einhalten. Und dazu noch den freiwilligen Kodizes folgen. Was selbstverständlich klingt, kann im Arbeitsalltag manchmal untergehen. Damit das nicht passiert, gelten in Unternehmen, wie auch für die 1909 gegründete Marke Bugatti, Compliance-Regeln. Sie sorgen dafür, dass sich alle Mitarbeiter an die gesetzlichen und freiwilligen Vorlagen halten.

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Seit zwei Jahren kümmert sich Michael Wanke bei Bugatti als Chief Compliance und Integrity Officer um diese Aufgabe. „Was vielleicht trocken klingt, ist eine spannende Herausforderung. Wir sprechen Fehler offen an, auch wenn das unbequem ist“, erklärt der Volljurist. Eine so historisch gewachsene Marke mit solch außergewöhnlichen Produkten muss in allen Bereichen das Beste geben.

Der Luxusautomobilhersteller aus dem Elsass hat schon früh erkannt, dass auch seine Mitarbeiter sensibilisiert werden müssen, um sich stetig zu verbessern. Neben Korruption betrifft das auch den Umwelt- und Energiesektor. „Compliance wird oft dargestellt, als würde es Geschäfte verhindern. Das Gegenteil ist der Fall. Durch die Einhaltung aller Gesetze läuft das Unternehmen langfristig in die richtige Richtung und schafft Vertrauen zu Zulieferern, Kunden und Mitarbeitern. Mit einem ehrlichen Geschäftspartner macht man einfach gerne Geschäfte“, sagt Michael Wanke. Es sei jedoch eine Herausforderung für das gesamte Unternehmen, immer wachsam zu sein und richtig zu handeln. Compliance hat bei Bugatti die gleiche Relevanz wie und die Bereiche Entwicklung, Produktion, Marketing und Vertrieb. Es ist ein wichtiger Baustein der Markenstrategie.

Compliance-Spezialist Wanke

Michael Wankes Leidenschaft für das Thema Compliance beginnt schon früh. Er studiert Rechtswissenschaften in Greifswald, legt sein Referendariat in Düsseldorf ab und beginnt dort seine berufliche Laufbahn als Compliance Officer in einer Unternehmens- und Investmentbank. Nach sieben Jahren zieht er nach Frankfurt, um im internationalen Umfeld einer Großbank als Compliance-Officer weiter sein Profil zu schärfen. 2017 wechselt Wanke zum Volkswagen-Konzern, implementiert in dieser Zeit unter anderem das neue globale Hinweisgebersystem „Whistleblowing-Managmentsystem“, ein Jahr später folgt die neue Aufgabe bei Bugatti.

Für ihn eine besondere Marke. „Bugatti ist klein und exklusiv, die Fahrzeuge entstehen in Handarbeit und sind in den Bereichen Design, Performance, Qualität und Luxus führend. Daran müssen sich alle Mitarbeiter mit ihrem Handeln messen“, sagt er. Die erste Fahrt in einem Bugatti Chiron1 wird er nie vergessen: „Die Beschleunigung und Bremskraft eines Chiron hätte ich mir nicht so extraordinär vorgestellt. Ein Wahnsinnsgefühl. Auf der anderen Seite hat mich die Alltagstauglichkeit in der Stadt angenehm beeindruckt. Der Chiron fährt sich leicht, leise und einfach“, sagt Michael Wanke.

Seit 2019 berichtet er direkt an Anja Utermark, Geschäftsführung Personal, Compliance und Recht bei Bugatti. Dazu nimmt er im Comité de Direction, der Bugatti-Vorstandssitzung, regelmäßig teil. „Das ist eine Wertschätzung dieser Aufgabe und ein wichtiger Kreis für Michael Wanke, um Informationen über relevante Entscheidungen aus erster Hand zu erhalten und eigene Informationen zu platzieren“, sagt Utermark. Das Comité de Direction analysiert den Status Quo der Unternehmensaktivitäten und arbeitet daran, das Erbe der Marke in die Zukunft weiterzutragen. Bugatti-Präsident Stephan Winkelmann ist es sehr wichtig, dass sich alle Mitarbeiter regelkonform verhalten.

Schwerpunkt liegt in der Prävention

Compliance-Regeln sind eine Versicherung, die das Unternehmen und seine Mitarbeiter schützen soll. „Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Mit umfangreicher Prävention verringern wir die Risiken. Wenn Fehler passieren, beheben wir sie umgehend. Außerdem fließen neue Erkenntnisse in unser Verbesserungskonzept ein“, erklärt Michael Wanke. Ausgenommen sind Fehler bei Vorsatz. Da kennt der Jurist keine Gnade, die Fehler werden angezeigt. „Ich verstehe mich als Berater, der Mitarbeiter dabei unterstützt, selbst in schwierigen Zeiten einen Blick für Risiken zu behalten, um sichere Geschäfte abzuschließen“, sagt er. Regelmäßig fährt er von Wolfsburg nach Molsheim, spricht mit Mitarbeitern vor Ort. Seit diesem September ergänzt eine neue Mitarbeiterin in Molsheim das Team.

Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt in der internen Aufklärung und Schulung. Jeder neue Mitarbeiter erhält eine Face-to-Face Onboarding-Schulung über die Compliance-Regeln, bei der er auf mögliche Risiken hingewiesen wird – vom Praktikanten bis zum Vorstandsmitglied. Jeder Mitarbeiter muss einen Code of Conduct (Verhaltensgrundsätze) unterzeichnen. Danach folgen mindestens zwei Online-Trainings mit einem anschließenden Abschlusstest. Mitarbeiter der Bereiche Finanz und Vertrieb erhalten vertiefende Schulungen. Dazu zählen unter anderem geltenden Vorschriften zum Schutz der Menschen- und Kinderrechte, Produktkonformität und -sicherheit, Umweltschutz und Interessenkonflikte. „Die Verhaltensgrundsätze fassen zusammen, was für uns bei Bugatti selbstverständlich ist. Wir arbeiten auf Basis von Gesetzen, Regeln und Verhaltensgrundsätzen“, erklärt Michael Wanke. Bugatti steht für ein integres, faires und aufrichtiges Verhalten gegenüber Mitarbeitern, Zulieferern und Kunden. Bis Ende 2020 werden die Schulungen für Geschäftspartner und Lieferanten abgeschlossen sein.

Neben den gesetzlichen Regeln hält Wanke Schulungen und Vorträge über integres Verhalten. Mitarbeiter und Zulieferer sollen dafür sensibilisiert werden, aus dem eigenen Bewusstsein und den eigenen inneren Werten und Idealen das Richtige zu tun. So kann eine Handlung unethisch und verwerflich sein, obwohl sie nicht mit dem Gesetz kollidiert.

Bugatti nutzt auch die Compliance-Infrastruktur des Volkswagen-Konzerns. Die bietet eine 24/7-Hotline an, einen verschlüsselten und anonymen Online-Meldekanal. „Mir ist wichtig, dass sich Mitarbeiter anonym melden können, damit sie nicht benachteiligt werden. Jeder Mitarbeiter kann sich auch an seine Führungskraft, den Betriebsrat, die Personalabteilung oder mich wenden“, erklärt Wanke. Ab Managementkreis besteht bei schweren Verstößen wie Korruption, Geldwäsche oder Umweltverstöße eine Meldepflicht. Wenn ein Manager das nicht anzeigt, begeht er selbst einen schweren Verstoß, der verfolgt wird.

Am meisten schätzt er bei seiner Arbeit die Schulungen und damit den direkten Kontakt zu seinen Kollegen. „Im direkten Austausch kann ich am meisten Wissen vermitteln und bekomme direkt ein Feedback. So bauen wir untereinander schnell Vertrauen auf“, erklärt Wanke. Das werde häufig dann in einer Compliance-Beratung vertieft. „Mitarbeiter kommen dann mit konkreten Fragen auf mich zu, wie ich die Situation einschätze. Gemeinsam suchen wir dann nach einer Lösung“, sagt Wanke.

Für ihn eine spannende Aufgabe. Compliance sei nicht statisch, sondern ein dynamisches, lernendes System. „Das, was wir tun, müssen wir ständig hinterfragen und aus unseren Erfahrungen und Fehlern lernen“, sagt Anja Utermark. Das sei Bugatti nicht nur seinen Kunden gegenüber schuldig, sondern auch seiner über 110-Jährigen Tradition.

Ansprechpartner

Tim Bravo

Head of Communications
+33 640 151969
tim.bravo@bugatti.com

Nicole Auger

Communications
+49 152 588 888 44
nicole.auger@bugatti.com

Marie-Louise Rustenbach

Communications
+49 152 577 05 458
marie-louise.rustenbach@bugatti.com

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    Chiron:

    Kraftstoffverbrauch, l/100km: innerorts 36,7 / außerorts 15,8 / kombiniert 23,5; CO2-Emission kombiniert, g/km: 553; Effizienzklasse: G* [WLTP: Kraftstoffverbrauch, l/100km: niedrig 43,33 / mittel 22,15 / hoch 17,99 / besonders hoch 18,28 / kombiniert 22,32; CO2-Emissionen, kombiniert, g / km: 505,61; Effizienzklasse: G]